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04.09.2009, 12:14


Konzerne wie Superreiche zahlen weiterhin zu wenig Steuern, oft völlig legal, denn die Schlupflöcher sind riesig.

Vergangene Woche meldete das Statistische Bundesamt für das erste Halbjahr 2009 ein Staatsdefizit von 17,3 Milliarden Euro.

Mitten in Deutschland floriert eine ganz legale Steuervermeidungsindustrie. Eine Branche, die von den Fehlern lebt, die Ministerien und Parlament in der Steuergesetzgebung unterlaufen. Kaum ein Gewerbe blüht derart unabhängig von der Konjunktur. Und kaum eines arbeitet derart effizient.

Während deutsche Angestellte dem Fiskus wehrlos ausgeliefert sind, rechnen sich Millionäre und Unternehmen mit Hilfe aggressiver Steuermodelle künstlich arm - und das alles ganz legal. Seminare zur "Internationalen Steuergestaltung" lassen sich sogar steuerlich als Fortbildung absetzen.

Es sind keine Peanuts, die dem Land verlorengehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) errechnete, dass zwischen den nachgewiesenen Profiten der Kapital- und Personengesellschaften und den steuerlich erfassten Gewinnen eine Lücke von 100 Milliarden Euro klafft. "Dies deutet auf Steuervergünstigungen und Gestaltungsmöglichkeiten hin, mit denen die Unternehmen ihre steuerpflichtigen Gewinne herunterrechnen oder ins Ausland verlagern", schreibt das DIW.

Tatsächlich stellen hiesige Konzerne ihre internationalen Tochterfirmen genau so auf, dass die größten Gewinnbringer in den Ländern mit den tiefsten Steuersätzen residieren. Nur 2,8 Prozent tragen Kapitalgesellschaften mit der Körperschaftsteuer zum gesamten Steueraufkommen von 561 Milliarden bei, den größten Teil liefert das Heer der Lohnempfänger.

"Deutschland ist eine Steueroase für Großunternehmen", urteilt der Wiesbadener Ökonom Lorenz Jarass. "Normalverdiener werden ausgeplündert."

Über diese Ungerechtigkeit redet Steinbrück nicht so gern. Lieber verweist er auf seine jüngsten Erfolge im Kampf gegen Steueroasen: Belgien und Luxemburg sind mittlerweile bereit, Auskünfte über potentielle Steuerhinterzieher zu geben. Am 8. September kommen Vertreter aus der Schweiz nach Berlin, um über ein neues Doppelbesteuerungsabkommen zu verhandeln, das erweiterte Schweizer Amtshilfe vorsieht.

Das sind tatsächlich Fortschritte. Doch die Zinsschranke, die bei den Unternehmen das Absetzen der Zinskosten von der Steuer begrenzt, wurde gelockert.

Die Konzerne betreiben ganze Abteilungen, um ihre Steuersituation zu optimieren. Im internationalen Geflecht ihrer Tochtergesellschaften lenken sie die internen Geldströme mit Hilfe von drei Stellschrauben in Richtung Steueroasen: Zinszahlungen, Lizenzgebühren und Verrechnungspreise.

Das funktioniert so: Schweizer Firmenableger verlangen vom deutschen Mutterkonzern hohe Gebühren für die Nutzung von Patenten oder berechnen für eine Produktlieferung mehr als den Einkaufspreis. Ergebnis: Die Gewinne fallen im Steuersparland an.

"Viele dieser Schlupflöcher wurden mit der Unternehmensteuerreform 2008 gestopft", behauptet Dieter Ondracek, Chef der Deutschen Steuergewerkschaft. Doch da lacht Hanno Berger herzlich. 14 Jahre lang prüfte der beleibte Endfünfziger mit dem Händedruck eines Bauarbeiters als Finanzbeamter Frankfurter Banken - bis er der Verlockung der Privatwirtschaft erlag. Nun sitzt er im 31. Stock des Frankfurter Skyper-Hauses und entwirft Sparmodelle für Superreiche und Großkonzerne.

Bergers Markenzeichen: null Steuern für Multimillionäre. Er gilt als König der Branche. Mit der Skyline des Finanzplatzes im Rücken erklärt er am Flipchart seine erfolgreichsten Konstruktionen - jene mit steuerfreien Renditen von bis zu zehn Prozent. Für ihn ist das Austricksen des Fiskus eine "sportlich-intellektuelle Herausforderung". Was kann er dafür, wenn Berlin laienhafte Gesetze macht? Kein Wunder, dass er im Finanzministerium als liebster Gegner gilt.

Natürlich kennt Berger auch das neueste Mekka für hiesige Steueroptimierer: Malta. Im globalen Finanzmonopoly gehört der mediterrane Kleinstaat seit seinem EU-Beitritt 2004 zu den Lieblingsstandorten der deutschen Wirtschaft.

Im Vergnügungsviertel St. Julians residieren Firmen wie Lufthansa, Puma, BASF, K+S oder Fraport, nahe dem "Stiletto Gentleman's Club" und den Pubs voller komasaufender Sprachschüler. Die BMW Malta Group sitzt beim Spielcasino im feinen Portomaso.
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01.10.2009, 04:24


Rentner werden auf Steuerehrlichkeit überprüft

Berlin - Die Steuerehrlichkeit von Rentnern steht auf dem Prüfstand: Von heute an müssen die Rentenversicherer den Finanzämtern die ausgezahlten Renten melden, und zwar rückwirkend bis zum Jahr 2005. Für Steuersäumige unter den 20 Millionen Rentnern könnte dies Steuernachzahlungen bedeuten. Die Steuerpflicht für Alterseinkünfte oberhalb bestimmter Einkommensgrenzen besteht seit 2005. Auf Durchschnittsrenten, wie sie die große Mehrzahl der Ruheständler erhält, sind keine Steuern fällig.
(dpa)
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01.10.2009, 14:13


   Mattes schrieb:
Rentner werden auf Steuerehrlichkeit überprüft

Berlin - Die Steuerehrlichkeit von Rentnern steht auf dem Prüfstand: Von heute an müssen die Rentenversicherer den Finanzämtern die ausgezahlten Renten melden, und zwar rückwirkend bis zum Jahr 2005. Für Steuersäumige unter den 20 Millionen Rentnern könnte dies Steuernachzahlungen bedeuten. Die Steuerpflicht für Alterseinkünfte oberhalb bestimmter Einkommensgrenzen besteht seit 2005. Auf Durchschnittsrenten, wie sie die große Mehrzahl der Ruheständler erhält, sind keine Steuern fällig.
(dpa)


Steuerpolitik ist schon bekloppt.Erst werden die Rentner rausgeschmissen, Jahrelang hat das Finanzamt daran gearbeitet sich nicht mehr um Rentner zu kümmern und nun, seit 2005 ziehen die sich jeden einzelnen wieder ran.

Da hat dieser Beamte in 2004 eine ganz schöne Welle losgetreten ;) .
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   zachan schrieb:
   Mattes schrieb:
Rentner werden auf Steuerehrlichkeit überprüft

Berlin - Die Steuerehrlichkeit von Rentnern steht auf dem Prüfstand: Von heute an müssen die Rentenversicherer den Finanzämtern die ausgezahlten Renten melden, und zwar rückwirkend bis zum Jahr 2005. Für Steuersäumige unter den 20 Millionen Rentnern könnte dies Steuernachzahlungen bedeuten. Die Steuerpflicht für Alterseinkünfte oberhalb bestimmter Einkommensgrenzen besteht seit 2005. Auf Durchschnittsrenten, wie sie die große Mehrzahl der Ruheständler erhält, sind keine Steuern fällig.
(dpa)


Steuerpolitik ist schon bekloppt.Erst werden die Rentner rausgeschmissen, Jahrelang hat das Finanzamt daran gearbeitet sich nicht mehr um Rentner zu kümmern und nun, seit 2005 ziehen die sich jeden einzelnen wieder ran.

Da hat dieser Beamte in 2004 eine ganz schöne Welle losgetreten ;) .

das gilt doch nur für höhere renten, die deutlich über dem durchschnitt liegen. der normalrentner ist doch garnicht betroffen.

check siehe
http://www.rentenservice.com/dprs?tab=1&skin=hi&check=no&lang=de_DE&xmlFile=6000822

betrifft ehepaare über 38000eu rente im jahr (hätt ich gern :( )

(davon ausgehend , dass die rente ca. 60% des nettos beträgt, hat so jemand dann mtl. 5278eu NETTO verdient - mein mitleid schwindet. "den armen rentnern in die tasche gelangt"-> dass ich nicht lache)
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01.10.2009, 14:54


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